Martin Janczek | Fotografische Arbeiten und Beobachtungen

Der Broad­pic-Eigen­ver­lag dient als Platt­form für zeit­ge­nös­si­sche Doku­men­tar­fo­to­gra­fie. In der Rubrik Foto­gra­fie | Aktu­ell wer­den fort­lau­fend Aus­schnit­te aus Pro­jek­ten und Lang­zeit­be­ob­ach­tun­gen prä­sen­tiert. Die Bei­trä­ge zei­gen Ein­zel­bil­der oder Sequen­zen, die sich mit dem Zustand und dem Wan­del kul­tu­rel­ler Zusam­men­hän­ge auseinandersetzen.

Die ver­sam­mel­ten Bild­frag­men­te fun­gie­ren als visu­el­le Noti­zen. Sie ver­bin­den sozi­al­do­ku­men­ta­ri­sche Per­spek­ti­ven mit einem cha­rak­te­ris­ti­schen Blick auf Iden­ti­tä­ten und gesell­schaft­li­che Rea­li­tä­ten. Broad­pic ver­steht sich als Ort für foto­gra­fi­sche Refle­xio­nen, die Ent­wick­lun­gen nicht nur sicht­bar machen, son­dern als Zeit­zeug­nis­se im Kon­text ihrer Gegen­wart bewahren.

Sozialdokumentarische Fotografie (2023–2025)

Arbeitskampf – Mitbestimmung zwischen Effizienz und Existenz

Die Bild­se­rie „Arbeits­kampf“ doku­men­tiert den Wider­stand der Stahl­ar­bei­ter im Ruhr­ge­biet in einer Pha­se tief­grei­fen­der indus­tri­el­ler Umbrü­che. Inmit­ten der grü­nen Trans­for­ma­ti­on und glo­ba­ler Markt­dy­na­mi­ken rückt die foto­gra­fi­sche Arbeit den Kon­flikt um Arbeit, Wür­de und Mit­be­stim­mung in den Fokus. Die Auf­nah­men ver­ste­hen den Pro­test nicht nur als indus­tri­el­len Fach­kon­flikt, son­dern als Aus­druck einer sozia­len Span­nung, die weit über die Werks­to­re hinausreicht.

Das zen­tra­le Werk die­ser Aus­wahl mit dem Titel „Nur gemein­sam stark“ fängt einen ent­schei­den­den Moment vor der Thys­sen­krupp-Kon­zern­zen­tra­le in Essen ein. Die Kom­po­si­ti­on kon­tras­tiert die demons­trie­ren­de Beleg­schaft auf dem Vor­platz mit drei Män­nern in Anzü­gen, die aus der Distanz der obe­ren Eta­gen auf die Men­ge bli­cken. In die­ser ver­ti­ka­len Tren­nung wird die sozi­al­do­ku­men­ta­ri­sche Essenz der Arbeit greif­bar. Es ist ein Bild über Macht­ge­fü­ge, sozia­le Distanz und die Behaup­tung von Gemein­schaft inner­halb einer har­ten wirt­schaft­li­chen Realität.

Die foto­gra­fi­sche Beob­ach­tung nutzt die­ses Ein­zel­bild als Stell­ver­tre­ter für eine weit­rei­chen­de Erzäh­lung, die über zwei Jah­re hin­weg ver­schie­de­ne Sta­tio­nen des Pro­tests beglei­tet hat. Die Bild­fol­gen doku­men­tie­ren den Schul­ter­schluss mit der Poli­tik um Huber­tus Heil, das Schwei­gen der Kon­zern­füh­rung um Miguel Ángel López sowie Sym­bo­le des Abschieds wie den ritu­el­len Trau­er­kranz für die Mitbestimmung.

In der Tra­di­ti­on einer zeit­ge­nös­si­schen Sozi­al­do­ku­men­ta­ti­on blickt die Serie auf die his­to­ri­sche Tie­fe der Regi­on und stellt die Fra­ge nach dem Wert mensch­li­cher Arbeit in einer Zeit glo­ba­ler Effi­zi­enz­kal­ku­la­ti­on. Die Foto­gra­fie fun­giert hier nicht nur als Zeug­nis eines tages­ak­tu­el­len Ereig­nis­ses, son­dern als visu­el­le Ana­ly­se gesell­schaft­li­cher Brü­che. Die Auf­nah­me vor der glä­ser­nen Zen­tra­le zeigt einen Pro­zess, in dem die über Jahr­zehn­te erkämpf­te Mit­be­stim­mung auf die Pro­be gestellt wird und indi­vi­du­el­le Exis­ten­zen auf öko­no­mi­sche Stra­te­gien treffen.

Foto: Nur gemein­sam stark | Thys­sen­Krupp-Kon­zern­zen­tra­le, Essen, 23.05.2024

Es ist ein laut­star­ker Pro­test. Die IG Metall und die Betriebs­rä­te wer­fen dem Kon­zern­chef Miguel López Intrans­pa­renz bei der geplan­ten Betei­li­gung eines Inves­tors vor. López ver­hand­le im Gehei­men über einen Teil­ver­kauf der Stahl­spar­te und stel­le die Arbeit­neh­mer vor voll­ende­te Tat­sa­chen – so der Vor­wurf. Unter dem Mot­to „Stopp. So nicht, Herr López“ pro­tes­tier­ten am 23. Mai 2024 die Stahl­ar­bei­ter vor der Thys­sen­Krupp-Kon­zern­zen­tra­le in Essen und for­der­ten ein gemein­sa­mes Vor­ge­hen auf Augen­hö­he. Den Pro­tes­ten tau­sen­der Mit­ar­bei­ter zum Trotz und gegen die Stim­men der Arbeit­neh­mer­ver­tre­ter stimm­te der Auf­sichts­rat noch am glei­chen Tag für den Ein­stieg des neu­en Investors.

Transformation im Fokus (2024)

Fotochronografie des Wandels | Windkraft am Kraftwerk Datteln 4

Das Stein­koh­le­kraft­werk Dat­teln 4 steht seit sei­ner Inbe­trieb­nah­me im Jahr 2020 im Fokus inten­si­ver bau­recht­li­cher und öko­lo­gi­scher Kon­tro­ver­sen. In unmit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft zu die­sem mas­si­ven Indus­trie­bau begann im April 2023 der Bau eines Wind­parks – ein unmit­tel­ba­rer Kon­trast zwi­schen kon­ven­tio­nel­len For­men der Ener­gie­ge­win­nung und dem Aus­bau rege­ne­ra­ti­ver Sys­te­me. In die­ser räum­li­chen Nähe ver­dich­tet sich die aktu­el­le Trans­for­ma­ti­on der regio­na­len Energielandschaft.

Die foto­chro­no­gra­fi­sche Serie doku­men­tiert zwi­schen dem 31. Janu­ar und dem 08. Febru­ar 2024 den Auf­bau einer die­ser neu­en Anla­gen. In 16 Auf­nah­men wird das schritt­wei­se Fort­schrei­ten der Mon­ta­ge fest­ge­hal­ten: vom Zusam­men­set­zen des Turms über die Instal­la­ti­on des Gene­ra­tors bis hin zur Mon­ta­ge der Rotorna­be und der drei Rotor­blät­ter. Ein 170 Meter hoher mobi­ler Git­ter­mast-Rau­pen­kran domi­niert dabei zeit­wei­se das Bild­feld, gezwun­gen durch die Wit­te­rung, bei zu star­ken Böen am Boden zu verharren.

Inhalt­lich steht die­ses zeit­ba­sier­te Werk im Zei­chen einer über­re­gio­na­len Umge­stal­tung. Die Arbeit ord­net sich der Doku­men­tar­fo­to­gra­fie zu, wobei ästhe­ti­sche Kri­te­ri­en wie die win­ter­li­che Licht­stim­mung und eine strikt gewähl­te, sta­ti­sche Per­spek­ti­ve eine zen­tra­le Rol­le spie­len. Durch die Metho­de der Foto­chro­no­gra­fie wird der Bild­raum im Vor­aus defi­niert; die Zeit­punk­te der Aus­lö­sung fol­gen einer bewuss­ten Aus­wahl, um die Dyna­mik des Auf­baus prä­zi­se zu strukturieren.

Trotz der Nähe zum fil­mi­schen Ablauf bleibt die Betrach­tung ent­schleu­nigt. Die­se Form der Dar­stel­lung ermög­licht es, zeit­lich ver­setz­te Ereig­nis­se in der Zusam­men­schau gleich­zei­tig zu erfas­sen und ein­zel­ne Pha­sen des Wan­dels unmit­tel­bar mit­ein­an­der zu ver­glei­chen. So lässt sich die Serie nicht nur als tech­ni­sche Doku­men­ta­ti­on ver­ste­hen, son­dern auch als zeit­ge­nös­si­sche Land­schafts­stu­die, die eine win­ter­li­che Wirk­lich­keit im Umbruch zeigt. Das Werk macht sicht­bar, wie sich neue Land­mar­ken in die gewach­se­ne Indus­trie­kul­tur des Ruhr­ge­biets ein­schrei­ben und das Gesicht der Regi­on nach­hal­tig verändern.

Foto: Wind­kraft­an­la­ge am Kraft­werk Dat­teln 4 | Dat­teln, 31.01. – 08.02.2024

Das Stein­koh­le­kraft­werk Dat­teln 4 lie­fert seit 2020 Strom. Die im Jahr 2024 errich­te­ten Wind­kraft­an­la­gen vom Typ Nord­ex N149/5.X ver­fü­gen über eine Gesamt­leis­tung von 11,4 Mega­watt. Die foto­chro­no­gra­fi­sche Serie aus 16 Auf­nah­men doku­men­tiert den Auf­bau des ers­ten von zwei Wind­rä­dern mit­hil­fe eines 170 Meter hohen Schwerlast-Raupenkrans.

Dokumentarische Beobachtungen (2024)

Der politische Körper | Eine fotografische Reflexion

Am Rand der Pro­tes­te gegen den AfD-Bun­des­par­tei­tag in der Esse­ner Gru­ga­hal­le wird der Kör­per einer jun­gen Frau zum unmit­tel­ba­ren Trä­ger poli­ti­scher Selbst­be­stim­mung. Ihre auf­ge­mal­ten Bot­schaf­ten fügen sich in einen Tag ein, an dem ein brei­tes zivil­ge­sell­schaft­li­ches Bünd­nis im öffent­li­chen Raum Prä­senz zeig­te. Inmit­ten der Dyna­mik zahl­rei­cher Demons­tra­tio­nen mar­kiert ihre Erschei­nung einen Moment der ent­schie­de­nen, phy­si­schen Sichtbarkeit.

Die Ent­schei­dung, die eige­ne Haut als Pro­test­flä­che zu nut­zen, steht in einer lan­gen Tra­di­ti­on akti­vis­ti­scher Aus­drucks­for­men, in denen der Kör­per als unhin­ter­geh­ba­res Medi­um der poli­ti­schen Äuße­rung begrif­fen wird. Die Foto­gra­fie fängt die­sen Akt in sei­ner unmit­tel­ba­ren Umge­bung ein: Wäh­rend die jun­ge Frau im Fokus steht, wer­den die sie umschlie­ßen­den Kame­ras der Foto­gra­fen zum Teil der Sze­ne­rie. In die­ser Kom­po­si­ti­on wird die Wech­sel­wir­kung zwi­schen dem per­sön­li­chen Pro­test und sei­ner unmit­tel­ba­ren Doku­men­ta­ti­on sichtbar.

In die­ser Anord­nung grei­fen indi­vi­du­el­ler Aus­druck und die Dyna­mik der Bericht­erstat­tung inein­an­der. Das Foto hält den Augen­blick fest, in dem per­sön­li­cher Mut auf media­le Auf­merk­sam­keit trifft. Es zeigt den öffent­li­chen Raum als eine Büh­ne, auf der poli­ti­sche Hal­tung nicht nur kör­per­lich ein­ge­for­dert, son­dern durch den Blick der Kame­ra im sel­ben Moment ver­viel­fäl­tigt und kon­ser­viert wird.

Foto: Jun­ge Frau am Stra­ßen­rand | Essen, 29. Juni 2024

Eine jun­ge Frau nutzt ihren Kör­per als Medi­um für eine poli­ti­sche Bot­schaft wäh­rend der Pro­tes­te gegen den AfD-Par­tei­tag vor der Gru­ga­hal­le. Die Auf­nah­me doku­men­tiert sowohl den stil­len, phy­si­schen Pro­test als auch die Reak­ti­on der Beob­ach­ter, deren Kame­ras die Sze­ne umschlie­ßen und den Moment der Selbst­be­haup­tung als Teil des kol­lek­ti­ven Gesche­hens festhalten.

Dokumentarische Beobachtungen (2019)

Fotochronografie | Transformation und dokumentarische Praxis

Die im Broad­pic Eigen­ver­lag erschei­nen­den Arbei­ten ver­bin­den doku­men­ta­ri­sche Beob­ach­tung mit erzäh­le­ri­schen Bild­for­men. Foto­gra­fie wird hier als Instru­ment begrif­fen, um gesell­schaft­li­che Pro­zes­se und struk­tu­rel­le Brü­che sicht­bar zu machen. Die Pro­jek­te unter­su­chen die wech­sel­sei­ti­ge Bezie­hung zwi­schen dem Men­schen und sei­nem Umfeld sowie die Art und Wei­se, wie Trans­for­ma­tio­nen Iden­ti­tät umord­nen. Zen­tral ist dabei die Metho­de der Foto­chro­no­gra­fie, um zeit­li­che Dyna­mi­ken in prä­zi­sen Bild­fol­gen festzuhalten.

Ein Bei­spiel für die­sen Ansatz ist die Bild­se­rie zur Spren­gung des Koh­le­kraft­werks Gus­tav Knep­per im Jahr 2019. Sie doku­men­tiert den Über­gang von einer fos­si­len Ord­nung zu einer ver­än­der­ten ener­ge­ti­schen Rea­li­tät. Die foto­gra­fi­sche Sequenz dehnt den Augen­blick des Falls und macht die schritt­wei­se Auf­lö­sung einer ver­trau­ten Land­mar­ke sicht­bar. Unord­nung erscheint hier als phy­si­scher Pro­zess, in dem bestehen­de Koor­di­na­ten der Land­schaft in Staub und Trüm­mern zer­fal­len. In einer drei­tei­li­gen Dra­ma­tur­gie bleibt eine fast lee­re Land­schaft zurück, in der ein Pferd als zeit­lo­ser Zeu­ge des Umbruchs ver­harrt. Die Arbeit mar­kiert einen wesent­li­chen Punkt in der künst­le­ri­schen Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Struk­tur­wan­del und dient als Sinn­bild für einen Pro­zess, der weit über das rein Indus­tri­el­le hinausgeht.

Dabei fun­giert die foto­gra­fi­sche Doku­men­ta­ti­on als Refle­xi­on eines Wan­dels, der lokal ver­or­tet ist, in sei­nen Aus­wir­kun­gen jedoch glo­ba­le Aus­ma­ße annimmt. Poli­ti­sche Wei­chen­stel­lun­gen und der Rück­bau indus­tri­el­ler Groß­an­la­gen sind die sicht­ba­re Ober­flä­che einer Ver­än­de­rung, die jeden Ein­zel­nen erreicht. Das Ver­schwin­den der Land­mar­ke wird zum Sym­bol für den Ver­lust gewohn­ter Ori­en­tie­rungs­punk­te in einer sich neu ord­nen­den Welt. Wenn indus­tri­el­le Struk­tu­ren wei­chen, lösen sich bio­gra­fi­sche Kon­stan­ten auf. Die Lee­re, die nach dem Zer­fall im Bild zurück­bleibt, spie­gelt die Her­aus­for­de­rung wider, Iden­ti­tät jen­seits alter Fix­punk­te zu orga­ni­sie­ren. Der struk­tu­rel­le Wan­del wird so zu einer per­sön­li­chen Auf­ga­be, die eige­ne Posi­ti­on in einer glo­bal ver­netz­ten Rea­li­tät neu zu definieren.

Foto: Knep­per-Kraft­werk | Cas­trop-Rau­xel, 17. Febru­ar 2019

Der Aus­stieg aus der fos­si­len Ener­gie und die Ener­gie­wen­de schrei­ten vor­an. Am 17. Febru­ar 2019 wur­de in Cas­trop-Rau­xel, Stadt­gren­ze Dort­mund-Men­ge­de, das Knep­per-Kraft­werk gesprengt. Zuerst fiel das knapp 70 Meter hohe Kes­sel­haus, spä­ter der 128 Meter hohe Kühl­turm mit dem 210 Meter hohen Schorn­stein. Inner­halb weni­ger Sekun­den ver­schwan­den die Land­mar­ken aus der Land­schafts­pan­ora­ma von Cas­trop-Rau­xel, Dort­mund und Umge­bung. Hun­der­te Schau­lus­ti­ge beob­ach­ten das Schau­spiel. Vie­len lag das Kraft­werk irgend­wie am Her­zen. Zu sehen ist eine Serie von der zwei­ten Sprengung.

Dokumentarische Beobachtungen (2018)

 

Tempelfest | Ritual, Religion und Region im Fokus der Kamera

Das hier gezeig­te Motiv doku­men­tiert das Tem­pel­fest 2018 in Hamm-Uen­trop. Es zeigt die ritu­el­le Rein­wa­schung im Kanal unmit­tel­bar unter der Auto­bahn­brü­cke der A2. Die Auf­nah­me ist Teil einer Bild­se­rie, die die­ses für die Regi­on unge­wöhn­li­che Ritu­al festhält.

Der Sri-Kama­d­chi-Ampal-Tem­pel wur­de von tami­li­schen Geflüch­te­ten aus Sri Lan­ka gegrün­det und liegt heu­te inmit­ten eines typi­schen Indus­trie­ge­biets. Die Foto­gra­fie macht sicht­bar, wie die hin­du­is­ti­sche Kul­tur im Ruhr­ge­biet hei­misch gewor­den ist. In der doku­men­ta­ri­schen Beob­ach­tung besetzt das sakra­le Ritu­al den funk­tio­na­len Raum aus Was­ser­stra­ße und Ver­kehrs­in­fra­struk­tur und erwei­tert die Indus­trie­land­schaft um eine spi­ri­tu­el­le Ebene.

Das Foto steht stell­ver­tre­tend für eine fort­lau­fen­de foto­gra­fi­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit die­sem Ort. In der Zusam­men­schau mit der indus­tri­el­len Prä­gung der Umge­bung – vom Kanal­bau über die Kraft­werks­stand­or­te bis hin zur hoch­fre­quen­tier­ten Auto­bahn­tras­se – wird das Tem­pel­fest als eine wei­te­re Schicht in der Iden­ti­tät der Regi­on les­bar. Es doku­men­tiert einen Pro­zess, in dem eine ursprüng­lich fer­ne kul­tu­rel­le Pra­xis zum fes­ten Bestand­teil einer sich ste­tig wan­deln­den Rea­li­tät wird.

Foto: Tem­pel­fest | Reli­gi­on und Ritu­al am Dat­teln-Hamm-Kanal, Juni 2018

Die Auf­nah­me doku­men­tiert die ritu­el­le Rein­wa­schung wäh­rend des Tem­pel­fests in Hamm-Uen­trop/­Sch­me­hau­sen. Das Zere­mo­ni­ell fin­det im Kanal unmit­tel­bar unter der Auto­bahn­brü­cke der A2 statt, unweit des Sri-Kama­d­chi-Ampal-Tem­pels. Die Foto­gra­fie macht sicht­bar, wie die hin­du­is­ti­sche Kul­tur im Ruhr­ge­biet hei­misch gewor­den ist und den funk­tio­na­len Raum der Indus­trie­land­schaft für die Dau­er des Ritu­als besetzt.